Erika Fuchs im Porträt

Erika Fuchs mit Carl Barks
Gemischtes

Erika Fuchs im Porträt

Erika Fuchs hat als wichtigste deutsche Comic-Übersetzerin nicht nur die Comic-Welt, sondern die gesamte deutsche Sprache wesentlich geprägt. Ihre Werke zählen bislang zu den meist gelesenen Texten im deutschsprachigen Raum. Zudem erhielt Erika Fuchs gleich mehrere Auszeichnungen für ihre Arbeit.

Wie hat Erika Fuchs gelebt? 

Als zweites von sechs Kindern erblickte Johanna Theodolinde Erika Petri am 7.12.1906 in Rostock das Licht der Welt, wo sie in einer wohlhabenden und bildungsorientierten Familie aufwuchs. Erika besuchte schließlich als erstes Mädchen das städtische Knabengymnasium, wo sie schließlich das Abitur erlangte. Danach absolvierte sie ein Studium in Kunstgeschichte, Archäologie und mittelalterlicher Geschichte. 

 

Nach ihrer Heirat mit Günter Fuchs im Jahre 1932 zog Erika im darauffolgenden Jahr zu ihrem Mann nach Schwarzenbach an der Saale. Als der Krieg vorüber war, engagierte sich Erika Fuchs beim Aufbau des Progymnasiums in Schwarzenbach. 

 

Schließlich begann sie zu ihrem persönlichen Vergnügen als Freie Übersetzerin erste Aufträge anzunehmen. Im Jahre 1951 übernahm Erika Fuchs die Tätigkeit der ersten Chefredakteurin des Egmont Ehape Verlags. Diese übte sie ganze 37 Jahre lang aus. 

 

Nach dem Tod ihres Mannes zog Erika Fuchs 1984 nach München zu ihren Kindern und Enkelkindern. Im Alter von 98 Jahren starb Erika Fuchs am 22.4.2005.

Wodurch zeichnete sich die Übersetzungsarbeit von Erika Fuchs aus?

Erika Fuchs übersetzte zunächst Micky Maus Geschichten, ehe sie sich das gesamte zeichnerische Werk von Carl Barks annahm. Im Laufe der Zeit etablierte sich eine eigene Fangemeinde, welche als DONALD bezeichnet wurde. Ausgeschrieben bedeutet dies „Deutsche Organisation der nichtkommerziellen Anhänger des lauteren Donaldismus“. Erika Fuchs prägte mit ihrem unvergleichlichen Stil einerseits die Comic-Welt und andererseits die deutsche Sprache.

So übersetzte Erika Fuchs

Der Übersetzungsstil von Erika Fuchs wurde dadurch bekannt, dass dieser sehr frei gewählt und durch eigene Akzente geprägt wurde. So erhielt mit der Zeit jede Ente ihren eigenen Sprachstil, welcher den Charakter besonders betonte. 

 

Darüber hinaus verankerte Erika Fuchs das fiktive amerikanische Duckburg fest in Oberfranken. Dabei benannte sie Orte, Seen und Berge nach realen Örtlichkeiten wie unter anderem den Fichtelsee. 

 

Außerdem sind die Werke von Erika Fuchs für Anspielungen auf verschiedene Persönlichkeiten wie Shakespeare, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich von Schiller oder Wilhelm Busch bekannt. 

 

Die persönliche ernste Einstellung gegenüber Comics kommt ab und an auch in der Übersetzungsarbeit von Erika Fuchs zum Ausdruck. Denn zahlreiche Fakten aus den Original-Titeln lassen sich in der übersetzten Version nicht mehr finden. Erika Fuchs bevorzugte es, Begebenheiten zu vereinfachen und zu vereinheitlichen. Dies zeigt sich beispielsweise bei den Vor- und Nachnamen der Ducks. Diese tragen fast ausschließlich die Initialen „DD“. Lediglich einzelne Namen waren durch Disney vorgegeben und durften nicht verändert werden. Hierzu gehörten unter anderem Tick, Trick und Track und Goofy. 

Einfluss auf die deutsche Sprache

Erika Fuchs prägte die deutsche Sprache erheblich durch das Weglassen von Wortendungen bei Verben. Die Erzeugung dieser Infektive wurden gerne auch als Erikativ bezeichnet. Dadurch entstanden lautmalerische Effekte für nicht visuelle Aspekte des Geschehens wie zum Beispiel:

  • Raschel

  • Knall

  • Stöhn

  • Kicher

  • Kreisch

  • Grübel

  • Schluck

Einige Textstellen und Zitate haben sich mittlerweile sogar im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert. Als der bekannteste Spruch gilt: „Dem Ingeniör ist nichts zu schwör“. 

Auszeichnungen

Erika Fuchs wurde im Laufe Ihrer 40-jährigen Tätigkeit gleich mehrfach ausgezeichnet. Hierbei handelt es sich um die folgenden Auszeichnungen:

  • 1994: Erika Fuchs erhielt den Kulturpreis Morenhovener Lupe.

  • 2001: Für ihren Beitrag zur deutschen Sprachentwicklung wurden Erika Fuchs der Heimito-von-Doderer- Literaturpreis als Sonderpreis sowie der Roswitha-Preis der Stadt Gandersheim verliehen. Letzterem lagen herausragende literarische Leistungen von Frauen zugrunde. 

  • 2005: Widmung des zweiten Soloalbums „Am Ende der Sonne“ durch den Rockmusiker Farin Urlaub. 

Das Erika Fuchs Haus 

Beim „Erika Fuchs Haus“ handelt es sich um Deutschlands erstes Comic-Museum. Konkret beschäftigt sich das Museum mit den Schwerpunkten Comics und Sprachkunst. Das Museum befindet sich an ihrem früheren Heimatort Schwarzenbach an der Saale und würdigt das Leben und Werk der Übersetzerin.

Foto: Ehapa

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